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Dr. Miriam Beer

Dr. Miriam Beer

gehört seit 1997 als Mitarbeiterin der Praxis und seit 1998 als Partnerin der Gemeinschaftspraxis an.
Neben der sog. allgemeinen Augenheilkunde betreut sie schwerpunktmässig
Glaukom- und Diabetes-Sprechstunde sowie den Bereich der speziellen Kontaktlinsenanpassung.

Sie führt Laserbehandlungen der Netzhaut durch und ist mit dem früheren Praxispartner Dr. Niederstadt als erste Augenärztin in Südbaden berechtigt PDT (photodynamische Therapie) für die GKV (gesetzliche Krankenversicherung) durchzuführen.

Neben der Praxistätigkeit in Konstanz leitet sie ein Hilfsprojekt zur Unterstützung der augenärztlichen Versorgung in Sri Lanka (Ceylon).
Am 26.12.04 wurde sie bei dieser Tätigkeit durch die Flutkatastrophe in Tangalle am Bein erheblich verletzt.
Seit Ende Januar 05 stand sie aber schon wieder in der Praxis und im Hifsprojekt ihre "Frau". Einen Bericht darüber sehen Sie hier: Bericht/Interview [331 KB]

Hier die Berichterstattung von -->SWR3
mehr zum Projekt --> www.augenlicht-fuer-ceylon.de

Kuscheltiere helfen

Südkurier Konstanz 03.03.2007 05:46
Kuscheltiere helfen
Die Augenärztin Miriam Beer erzählte in der Litzelstetter "Kinderinsel" vom Leben der Menschen in Sri Lanka nach der Tsunami-Katastrophe vor über zwei Jahren. Die Kinder vom Bodensee gaben Miriam Beer Kuscheltiere für ihre Altersgenossen mit. Bild: Elsner-HellerWo Sri Lanka genau liegt, können die Kleinen in der "Kinderinsel" nicht so genau sagen. Dafür wissen sie aber, dass dort Kinder leben, denen es nicht so gut geht wie ihnen. Die kein Dach über dem Kopf haben oder keine Eltern mehr. Die Flutkatastrophe vor über zwei Jahren ist im Kindergarten hingegen kein Thema, man hat es den Eltern überlassen, ob sie mit ihren Kindern darüber sprechen wollen.
Die Konstanzer Augenärztin Miriam Beer, die 2003 den Verein "Augenlicht für Ceylon" gründete, ist auf Einladung des Elternbeirats in die Litzelstetter "Kinderinsel" gekommen, um von ihrem Projekt in Tangalle im Süden der Insel zu erzählen. Sie beginnt mit Bildern von Elefanten, Leoparden, Krokodilen und Affen, bevor sie die Menschen von Tangalle zeigt, vor allem die Kinder dort. Die "Häuser", in denen sie leben, sind Zelte oder einfache Holzhütten, der Kindergarten ist ein Holzgestell mit Plastikplanen als Wände. Auch Schule findet mehr oder weniger im Freien statt. Zu essen gibt es hauptsächlich Reis und Linsen, und das meist nur ein Mal am Tag. Kein Obst, kein Gemüse.
"Wir wollen, dass die Kinder auch einen schönen Kindergarten haben", sagt Miriam Beer und zeigt Bilder vom Waisenhaus, das nach der Flut schon gebaut werden konnte. Dort leben Mütter mit ihren Kindern sowie Waisenkinder, die von den Müttern mit betreut werden. "Viermal im Jahr fliege ich hin und bringe Spielsachen, Kleidung und Geld für Essen hin", erzählt Miriam Beer, die in diesem Monat wieder aufbricht. Auch Kuscheltiere, die es dort nicht gibt, seien wichtig, meint die Ärztin. Das verstehen auch Litzelstetter Kinder. Bilder von lachenden Kindern in Tangalle, die mitgebrachte Spielsachen bekommen haben, geben ihr darüber hinaus Recht.
Kuscheltiere, Puzzle oder Puppen sind willkommene Spenden, und die Litzelstetter Kinder haben sich bereits von eigenen Spielsachen getrennt und sie mitgebracht. Doch Miriam Beer hat noch eine Bitte: "Malt bitte Bilder." Mit einem Stempelbild der Hände aller Kinder wurde der Anfang gleich gemacht.
Brigitte Elsner-Heller

Südkurier 29.11.06

Südkurier Konstanz am 29.11.2006 11:26
Ihre Hilfe bleibt gefragt
Miriam Beer: Menschen in Sri Lanka brauchen weiter Hilfe.
Am Strand von Tangalle verdecken an einigen Stellen Büsche und Palmen wieder den Blick aufs Meer. Das Meer, von dem die Menschen hier im Süden Sri Lankas leben, das aber an Weihnachten vor zwei Jahren auch Tod und Verwüstung brachte. Der Konstanzer Augenärztin Miriam Beer (40), beim Tsunami schwer verletzt, fällt der Blick Richtung Küste leichter, seit die Pflanzen sich erholen. Sie glaubt, noch so einen großen Tsunami werde sie nicht erleben, und wenn, würde rechtzeitig gewarnt.
Die Natur schließt ihre Wunden. Doch die Menschen brauchen weiter Hilfe. Noch sind 200 Familien im Ort ohne Haus. Sie leben in Hütten. Beer hatte sich schon vor dem Tsunami die Hilfe für Kinder und Familien in dem kleinen Ort zur Aufgabe gemacht. Die Flut spülte ihre kleine Augenklinik fort. Doch noch aus einem Krankenhaus in Sri Lanka organisierte sie erste Hilfe.
Wegen Beer ist der Tsunami bei den Menschen am Bodensee nicht nur als Katastrophe bekannt, sondern auch als Start eines einmaligen Hilfsprojektes: Rund 700000 Euro Spenden gingen im ersten Jahr nach dem Tsunami bei ihrem Verein "Augenlicht für Ceylon" ein. Kinder knackten ihre Sparschweine, Vereine und Verbände spendeten. Noch heute gibt es Aktionen und Interesse. 34 Menschen haben für 30 Euro im Monat eine Patenschaft für ein Kind in Tangalle übernommen. Die Spenden flossen in Soforthilfe. Zwei große neue Schiffe für Fischer wurden in Auftrag gegeben und sind inzwischen in Betrieb. Ein Waisenhaus und Kinderheim ist in Bau.
Doch auch Beer spürt, dass die Flut nach und nach aus dem Gedächtnis vieler Menschen schwindet. "15.000 bis 20.000 Euro brauchen wir noch für die Einrichtung des Kinderheims", sagt sie, "und es gibt immer noch junge Familien, die auf Hilfe warten". Manches war unerwartet schwer im vergangenen Jahr: So explodierten beim Heimbau die Preise für Sand und Holz, weil in Sri Lanka so viel aufgebaut wird, dass das Material knapp wurde.
Im neuen Heim in Tangalle sollen bald Waisen leben, aber auch Mütter mit ihren Kindern. Beer hilft weiter in ihrer neu aufgebauten Augenpraxis. Zudem sorgt sie im nächsten Jahr für Englisch-Unterricht für die Kinder des Ortes. Kurz vor dem zweiten Jahrestag reist Beer wieder nach Tangalle. Es wird eine Weihnachtsfeier für die Patenkinder geben. Für Fisch auf den Tellern ist gesorgt. Die Fischer fangen ihn mit ihren neuen Booten.
Weihnachten aber ist in Sri Lanka seit zwei Jahren auch ein Fest der Trauer. "Ich denke daran zurück, aber ohne Angst", sagt Beer. Sie wird am Strand spazieren, die nachwachsenden Bäume sehen - in der Tasche hat sie das Handy für den Tsunami-Warndienst.
Frank van Bebber

Südkurier Konstanz 25.11.05:

Vor elf Monaten überlebte die Konstanzer Ärztin Miriam Beer die Tsunami-Katastrophe. Vier Wochen vor dem Jahrestag berichtet sie, wie sie seither in Sri Lanka hilft und das Rauschen der Flutwelle nicht vergessen kann. Konstanz VON FRANK VAN BEBBER: Augenärztin Miriam Beer elf Monate nach der Flut in Südostasien, bei der sie selbst schwer verletzt wurde: "Manchmal schläft man schlecht."Konstanz - Heute vor einem Jahr freuten sich ein paar Konstanzer auf ihre Weihnachtsreise nach Südostasien. Heute vor einem Jahr plante die Konstanzer Augenärztin Miriam Beer eine weitere Tour nach Sri Lanka, um dort augenkranken Kindern zu helfen. Heute vor einem Jahr ahnte niemand, dass am 26. Dezember eine Flutwelle in Thailand drei Konstanzer in den Tod reißen, Miriam Beer in Sri Lanka schwer verletzen und ihre kleine Augenklinik fortspülen würde. Heute, elf Monate nach der Katastrophe, sagt Miriam Beer: "Sie drehen sich immer noch um, wenn sie eine Welle hören, manchmal schläft man auch schlecht." Hunderttausende kamen in der Flut ums Leben, noch mehr wurden verletzt. Doch es sind die Geschichten einzelner, die den Schrecken und seine Folgen bis heute lebendig halten. In Konstanz ist es die Geschichte der Augenärztin Miriam Beer.
Die 39-Jährige hatte schon ein Jahr vor der Flut im Süden Sri Lankas eine kleine Augenstation aufgebaut, in der sie mehrfach im Jahr Kinder untersuchte. Die Welle spülte sie damals von der Terrasse eines Hauses in Tangalle fort. An Trümmern riss sie sich ihr Bein auf. Doch noch vom Krankenbett in Sri Lanka begann sie, mit Hilfe von Konstanzer Freunden zu helfen. Tankwagen mit Wasser wurden in den Süden geschickt, Kleidung und Medikamente. Als sie nach einigen Wochen nach Hause kam, waren Benefiz-Abende organisiert, hingen die SÜDKURIER-Artikel über sie in den Schaufenstern der Geschäfte und darunter standen Spendendosen. Heute, vier Wochen vor dem Tsunami-Jahrestag, zieht Beer eine eindrucksvolle Bilanz: 700000 Euro haben Menschen aus der Region, aus Deutschland und der Schweiz bis jetzt für ihr Projekt "Augenlicht für Ceylon" gespendet. Erst kürzlich verzichtete ein Thurgauer Ehepaar zu Gunsten Beers auf Geschenke. Ein anderes Paar stiftet von nun an jährlich 12000 Euro für das geplante Waisenhaus.
Aus der schnellen Hilfe ist langes Engagement geworden: 80000 Euro kostete die Soforthilfe für die Region, in der rund 4500 Menschen starben - oft der Mann, der als Fischer die Familie ernährte. Mit den Spenden konnten in Tangalle Häuser repariert und neu gebaut werden. Die Augenstation wird fortbestehen. Für 100000 Euro wurden zwei große Fischerboote in Auftrag gegeben. Eines ist seit dieser Woche auf See, eines noch in der Werft. Dazu schafften die Augenlicht-Helfer Netze und Außenborder an. Kleinere Boote kauften sie dagegen nicht. Beer berichtet, an den Küsten des Landes lägen viel zu viele gespendete Boote herum und blieben ungenutzt. Denn die Regierung habe jedem Fischer ein kleines Boot gegeben. Solche Fehler will sie vermeiden. Alle zwei Monate reist Beer von Konstanz nach Tangalle. Zudem hat sie einheimische Freunde und Helfer vor Ort.
Vor fünf Tagen erfolgte in Tangalle der Spatenstich für ein neues Gebäude, das ein Waisenhaus, ein Mutter- Kind-Heim und eine Kindertagesstätte werden soll. 280000 Euro aus dem Spendentopf fließen in dieses Projekt. In einem halben Jahr sollen 32 Kinder einziehen, entweder Waisen oder Halbwaisen mit ihrer Mutter. Die Fischer werden mit ihren gespendeten Booten und Netzen auf das Meer fahren und einen Teil des Fanges dem Waisenhaus bringen - zum Dank für die Hilfe. Das Waisenhaus steht sieben Kilometer im Landesinneren, dort wo die Flut vor elf Monaten nicht wütete. Den Erinnerungen allerdings können die Menschen so leicht nicht fliehen. Noch immer laufen am Strand in Tangalle alle weg, wenn nur einer zu rennen beginnt. Einmal in der Woche klingelt bei Beer in Konstanz das Telefon und aufgeregt bittet sie jemand aus Sri Lanka, sie solle im Internet schauen, ob nicht vor einer Flut gewarnt wird. "Es herrscht noch Panik - und das wird noch lange dauern", sagt Beer.
In drei Wochen fliegt Beer wieder nach Sri Lanka. In ihrer Unterkunft hört sie das Meer lauter als früher, obwohl es weiter weg ist. Die Flut hat Bäume und Büsche weggerissen, das Wellenrauschen schallt nun ungedämpft ins Land. Am Jahrestag der Katastrophe werde es überall Trauerfeiern geben, sagt Beer. Sie selbst weiß nicht, wo sie dann in Tangalle sein wird. Nur eines ist sicher: "Ich bin nicht am Wasser, ich fahre woanders hin."